Die Geschichte des Scout

    IHC Scout IIDer Scout wurde ab 1961 immerhin beinahe 20 Jahre lang in zahlreichen Karosserievarianten und mit unterschiedlichen Motorisierungen gebaut. Die Fahrzeuge genossen einen soliden Ruf und konnten auch zahlreiche, sportliche Erfolge vorweisen.
    Bis zum 21. Oktober 1980 wurden laut Firmenangaben immerhin 532.674 International Harvester Scout produziert. Etliche weren auch heute noch gehegt und gepflegt. In den USA gibt es eine große Fangemeinde. Hier in Deutschland sind es zwar nur wenige, doch es werden immer mehr.

    Der Scout war als Full-Size-Geländewagen mit zwei Türen und Allradantrieb konstruiert. Die erste Serie vertritt der Scout 80, der bis 1965 gefertigt wurde. Bei frühen Modellen konnte die Windschutzscheibe nach vorne geklappt werden. Das Dach war entsprechend als Hardtop konstruiert – das sogenannte „Traveltop“. Unter der Haube kam ein Vierzylinder Motor, Typ 152 zum Einsatz.
    Der nachfolgende Scout 800 wurde von 1965 bis 1968 gebaut. Verbaut wurden hier neue Vierzylinder-, Sechszylinder und V8-Motoren. Außerdem gab es zwischen 1965 und 1967 eine Turboladervariante des Vierzylinders. Instrumente, Innenraumdesign und damit auch der Komfort waren bei den 800er-Modellen deutlich ergonomischer und hochwertiger als beim Ur-Scout.
    1969 kam der Scout 800A. Neben weiteren Komfortverbesserungen wurde auch die Hinterachse verstärkt und die Getriebeübersetzung verändert.
    Nur 1971 gab es den Scout 800B, der schnell durch die Serie II abgelöst wurde.

    Der IHC Scout II, wurde von 1971 bis zum Produktionsende im Jahr 1980 hergestellt. Es gab ihn in zahlreichen Varianten. Die Modelle Terra und Traveler wiesen wiederum ein Dach aus Kunststoff auf.
    Der SSII, wurde von 1977 bis 1979 als unmittelbarer Gegner des Jeep CJ angeboten. Mit herausnehmbaren Türen aus Kunststoff, einem Überrollbügel, anderen Rückspiegeln und voluminösen Reifen.

    Es gab diverse Variationen des Kühlergrills, die als Identifikationsmerkmale herhalten können. Zwischen 1971 und 1972 gab es drei horizontale Kühlereinlässe und Chromeinfassungen. Danach folgten 14 senkrechte Öffnungen des Grills. 1974 und 1975 wurde darüber wiederum ein horizontaler Lufteinlass konstruiert. 1978 zeigten Scouts dann mehr Chrom mit 15 Grill-Sektionen. Es folgten weitere Variationen bis zum letzten Jahrgang 1980, der ein komplett neues Kühlergrill-Design aufwies: Es bestand aus eiinem einzigen Element aus ABS-Kunststoff.
    Der Standardmotor im Scout war ein Vierzylinder (anfänglich ein geteilter V8, der entsprechend robust war). Optional waren auch Sechszylinder-Aggregate und verschiedene V8-Benzinmotoren. Zudem gab es sparsamere Dieselfahrzeuge mit und ohne Turbolader. Der Scout II war im Jahr 1976 das erste in den USA erhältliche Fahrzeug mit Dieselantrieb. Unter der Haube arbeitete ein Motor von Nissan.
    Ab Ende 1974 waren Scheibenbremsen nebst Bremskraftverstärkung der Standard im Scout.
    Das sogenannte „Line Ticket“ gibt Auskunft über die genauen Spezifikationen eines jeden Scouts. In der Karte sind genaue Achs- und Getriebeübersetzungen wie sämtliche Ausstattungsmerkmale verzeichnet. Zu finden ist sie meist auf der Innenseite der Klappe des Handschuhfaches.

    Vom Scout gab es zahlreiche Sondermodelle und Aufbauvarianten.
    Das erste Sondermodell anläßlich des Jubiläums von 100.000 gebauten Scouts war die „Red Carpet“ Serie in weißer Lackierung und rotem Interieur. Desweiteren zu nennen wären:
    • die „Champagner Serie“ mit zahlreichen sonst aufpreispflichtigen Ausstattungsmerkmalen ( Chrom-Rädern, Dachgepäckträgern, viel Chrom und Oberlichter).
    • Diverse Camper-Versionen und amerikanische „Mini-Motorhomes“.
    • Der Shawnee Scout aus dem Hause Hurst Performance mit Feder-Decals und Targa-Top.
    • Mitte der 1970er Jahre: Die luxuriösen und ebenfalls seltenen Sondermodelle „Spirit of 76“ und „Patriot“
    • 1977 – 1980: Die „Midas Edition“ des Scout II, aufgebaut von der Midas Van Conversion Company.
    • 1978 – 1979: Die „Selective Edition“ des Scout II mit Verzierungen in goldener Farbgebung an Karosserie und Felgen.
    • 1980: Die Special Limited Edition RS auf.
    • Pickup Modelle, wie der Snowstar Pickup oder der Golden Jubilee Custom Pickup, waren während der gesamten Bauzeit erhältlich.

    Produktionsanzahl: 532.674
    Produktionszeit: von 1960 bis 1980

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