Um die einzelnen Techniken zu demonstrieren, versuchen wir hier mal eine Radlaufkante herzustellen.
Strecken:
Ein Blech zu strecken ist immer einfacher als Blech zu stauchen. Man übt Verformungsdruck auf das Blech aus und macht es dabei gleichzeitig etwas dünner.
Da das Material ja irgendwo hin muss, wölbt sich das Werkstück.
Das Ganze lässt sich schön an einem Metallwinkel ausprobieren.
Man legt den Blechwinkel auf eine Stahlunterlage z.B. einen Amboß oder eine Eisenbahnschiene und dengelt so lange mit der Hammerfinne das Blech und treibt es so ein wenig auseinander. Eine Schablone oder das Gegenstück zum anpassen sind dabei genauso ratsam wie ein Filzstift zum markieren. Die bearbeitete Blechhälfte sollte nicht breiter als ca. 4 cm sein, weil mit größerem Außenradius muß man das Blech immer dünner klopfen. Als Anschlußkante zum Schweißen und Nachbearbeiten reichen ca. 2cm.
Die Finne sollte nicht zu scharf sein, sonst schlägt man Kerben ins Metall
Stauchen:
Wie bereits gesagt, ist das Strecken des Metalls die leichtere Übung. Die größere Herausforderung in der Blechbearbeitung ist die Stauchung des Materials. Hier gibt es teures Werkzeug. Diese Stauchwerkzeuge arbeiten mit 2 Backenpaaren, ein Backenpaar klemmt das Blech links, das andere rechts, beide Paare sind etwa 1 mm auseinander und stauchen dann das Blech zur Mitte hin zusammen. Die Ausführungen gibt s in Zangenform (ähnlich einem Bolzenschneider) oder größer wie eine Presse.
Wer nicht das Geld, für die doch sehr teuren Werkzeuge ausgeben möchte/kann, hat folgende Alternativen:
Einschneiden:
Ab einem bestimmten Biegeradius kann man das Stahlblech nicht mehr vernünftig stauchen, dann hilft nur mehr ein zerstörerischer Schnitt mit der Blechschere, sodaß man mit dem Blech gerade noch die Kurve kriegt.
Wenn wir davon ausgehen, daß wir gute Schweißverbindungen hinbekommen und auch bei der Nachbearbeitung der Schweißnaht keine Zeit und Mühe scheuen, dann ist das die Methode der Wahl für jene, die nur eine Blechschere und ein Schweißgerät besitzen.
Die Holzform:
Mit einfachen Mitteln kommt man hier zu brauchbaren Ergebnissen.
Dazu baut man sich eine zweiteilige Schablone aus Holz, in die das Blech eingespannt werden kann. Die gewünschte Rundung wird aus der Holzplatte ausgeschnitten und dieselbe Linie mit der Anreißnadel am Blech angezeichnet, dann 2- 3cm parallel dazu die Schneidlinie angerissen, sorgfältig mit der Blechschere ausgeschnitten, zwischen den beiden Schablonenhälften eingespannt und gut fixiert (Schraubstock, Schraubzwingen). Die zu bearbeitende Blechkante steht dann aus der Schablonenform heraus. Dann legt man die Blechkante mit herzhaften Schlägen um.
Im konkaven Fall wird das Blech gestreckt. Hier muß man mehrmals entlang der Rundkante mit dem Hammer drübergehen.
Im konvexen Fall wird die umzuhauende Kante gestaucht, die entstehenden kleinen Blechfalten werden einfach mit dem Hammer ins Blech getrieben.
Harthölzer eignen sich sehr gut als Schablonenmaterial, aber auch Sperrholz ab 10mm ist brauchbar und leichter zu besorgen. Ich habe mal einen Bericht in der Oldtier-Praxis gelesen, da hat sich ein älterer Herr seine Schablonen für eine Kühlermaske aus Beton gegossen. Das Ergebnis konnte sich mehr als sehen lassen.
Die Faltgabel:
Eine Faltgabel ist sozusagen ein einfaches Abkant- und Stauchgerät.
Im ersten Schritt steckt man das Blech am Rand ca. 1 cm tief in den Schlitz der Faltgabel und biegt die Kante etwas hoch.
Im zweiten Schritt dreht man die Faltgabel etwas, dadurch wellt sich das Blech ein wenig. Macht man das so ca. alle 5-10mm, kann man die Blechkante nach und nach um ca. 90° umlegen.
Im dritten Schritt glättet man mit einem Hammer und einem geeigneten Gegenhalter das umgelegte Blech, und erhält so eine saubere Kante.
Eine beliebte Methode, gewölbte Flächen herzustellen, ist die Arbeit mit Sandsack und Holzhammer.
Ein Ledersack wird mit Sand oder Schrot gefüllt und bietet dann eine ideale Unterlage beim Zurechtklopfen von runden Blechformen. Der Sack ist weich genug um sich jeder Form anzupassen, ohne Spuren auf dem Blech zu hinterlassen, und bietet gleichzeitig ausreichend Widerstand. Zum Treiben der Form eignet sich besonders ein massiver Hartholzhammer, mit dem man hervorragend die Formen herausarbeiten kann, ohne Macken im Blech zu hinterlassen


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